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Die Eine-Welt-AG
Mittwoch, 17. Juni 2009 um 12:59 Uhr
Erfreulicherweise hat sich in den letzten Jahren im Lernfeld Schule immer mehr der Gedanke etabliert, dass globales Verantwortungsbewusstsein als ein Ziel schulischen Lernens ernsthafte Beachtung verdient. In Unterrichtsreihen mehrerer Fächer (z.B. Religion, Philosophie, Politik oder Erdkunde) und mehrerer Jahrgangsstufen sollen unsere Schüler einen Verantwortungsbewusstsein bewirkenden „Blick über den eigenen Tellerrand“ erlernen, zumal ja das allgemeine Lernziel „Selbstverwirklichung in sozialer Verantwortung“ für alle schulischen Fächer der gymnasialen Oberstufe obligatorisch ist. Dass dieser Gedanke von vielen Lehrern und Schülern auch in globaler Weite verstanden wird, erkennt man an einer ganzen Reihe außerunterrichtlicher Aktivitäten am KWG in den letzten Jahren, die Solidarität gerade mit den Ärmsten und Notleidenden in der Welt zeigten.
Seit 2001 macht das KWG Schülerinnen und Schülern ab Klasse 7 das Angebot, sich regelmäßig in einer AG mit der Thematik „Eine Welt“ zu beschäftigen und ihre Solidarität mit benachteiligten Menschen in konkrete und effektive Aktivitäten umsetzen zu können.
Bisherige Aktivitäten waren z.B. Umfragen, Ausstellungen, Informations- und Verkaufsstände, Geld- und Unterschriftensammlungen. Besonders durch zwei Benefizmärkte, Sponsorenbundesjugendspiele und zwei große Sponsorenläufe konnte die AG im Schulleben Akzente setzen und ihr Leitmotto „Solidarität geht“ auch in der Höxteraner Öffentlichkeit bekannt machen. Allein der letzte Sponsorenlauf im Oktober 2009 brachte den Riesenerfolg von über 19.000 Euro für ein Misereor-Projekt zur Unterstützung von Straßenkindern in Indien (ausführlicher Bericht unter „Schüler / Projekte“).
Neben der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung solcher Großprojekte liegt der Schwerpunkt der AG auf der regelmäßigen Präsentation eines Informations- und Verkaufsstandes zu TransFair-Produkten. Durch den Kauf von TransFair-Artikeln unterstützt man die im üblichen Welthandel benachteiligten Kleinproduzenten, die aufgrund der Macht der Großkonzerne sonst keine oder nur sehr ungerechte Verdienstmöglichkeiten besäßen und Opfer von Ausbeutung werden müssten, um ihr Existenzminimum überhaupt zu sichern. Der Kauf von TransFair-Artikeln schafft bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bei Kleinbauern in Afrika, Asien und Südamerika. Neben der Förderung sozialer Gerechtigkeit gehört auch ein schonender Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen zu den überzeugenden Argumenten für TransFair-Produkte. Eine gerechtere globale Wirtschaftsordnung würde langfristig allen von Nutzen sein. Weltfrieden funktioniert auf Dauer nicht ohne Gerechtigkeit und Solidarität, die Bereitschaft auf Verzicht mit einschließt. Der Verzicht beim Kauf von TransFair-Produkten besteht nicht im Geben von Almosen, sondern im Geben von fairen Preisen für harte Arbeit und gute Qualität.
Die Eine-Welt-AG präsentiert ihren Informations- und Verkaufsstand an besonderen Schultagen wie z.B. dem „Tag der offenen Tür“ oder Elternsprechtagen. Regelmäßig können alle Mitglieder unserer Schulgemeinde TransFair-Produkte jeden Freitag in der 1. großen Pause im Aulageschoss erwerben.
Ob man schulprogrammatisch das KWG-Engagement in der Eine-Welt-Thematik der religiösen Dimension von Schule zuordnet oder nicht, ist wohl zweitrangig; wir freuen uns über unterschiedliche Motivationen, die große Gruppen an Lehrern, Eltern und Schülern eint in ihrer Verantwortung für eine gerechtere Welt. Das macht Mut, gemeinsam weitere Schritte in diese Richtung zu gehen.                                                

       
                                                                Ferdi Lüttig