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Abi und was dann?
Freitag, 03. Juli 2015 um 13:00 Uhr

Abitur – und was dann? Viele Absolventen wissen nach ihrem Schulabschluss nicht, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Das König-Wilhelm-Gymnasium (KWG) Höxter kennt das Problem und will erreichen, das sich die Zahl derer, die orientierungslos nach der Schulzeit durch Praktika, Studienberatungen und Frei-Zeiten irrlichtern, verringert. Dazu soll die Studienbörse beitragen.

»Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probier aus, was dir Spaß macht, zu Hause, in der Schule und im nächsten Praktikum – und das
möglichst früh.« So lautet die zentrale Botschaft des Angebotes, das Gymnasium Höxter, Sparkasse und heimische Unternehmen den
Schülerinnen und Schülern machen. Zum Schuljahresende waren jetzt jene Schüler, die voraussichtlich im Sommer 2016 ihr Abitur ablegen, eingeladen, in Gesprächsrunden Details über diverse Berufsfelder kennenzulernen. Vertreter der Firmen gaben Eindrücke und Einblick aus erster Hand. »Es war schon eine kleine Hilfe zur Berufswahlorientierung, viele Dinge haben wir über bestimmte Jobs gar nicht gewusst«, meinten zwei Elftklässler.

Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen standen den Gymnasiasten als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei erwies es sich als kluger Schachzug, dass die Organisatoren um KWG-Lehrer Frank Lütkebohmert und das Sparkassenteam nicht nur kleine Vorträge über die Branchen angeboten hatten, sondern die Dozenten auch Gesprächsrunden anberaumten, in denen interessierte Schüler sich intensiver über den ausgewählten Betrieb informieren konnten. Die Runden waren gut besucht und halfen, Hemmschwellen zu überwinden und Fragen zu beantworten.

In diesem Jahr waren im KWG folgende Teilnehmer präsent: Bundeswehr, Polizei, WESTFALENBLATT, Hochschule OWL, Symrise, Gronemeyer, Phoenix Contact, HAWK Holzminden, HVG, Sparkasse, Gebrüder Becker Höxter und Kanzlei Rechtsanwälte & Notare Hennekenstraßen Höxter.

»Erst einmal mache ich mein Abi, und dann sehen wir mal? Ausbildung, ein Studium, Auslandsaufenthalt? Ich weiß es noch nicht.« Viele Pennäler schwimmen, wenn es um ihre Zukunft geht. KWG-Schulleiter Georg Wieners rief die 16- und 17-Jährigen dazu auf, möglichst früh über die Zeit nach dem Abi zu entscheiden. Die Schüler hatten für die Studienbörse vorher Berufsfelder ausgewählt, über die sie mehr erfahren wollten. Das Angebot war breit gefächert. »Es war uns besonders wichtig, dass die einzelnen Fachbereiche durch Unternehmen und Einrichtungen aus der näheren Umgebung vertreten sind«, erklärt Mitorganisatorin Jessica Schneider (Sparkasse Höxter).

So wurde die Chemie zum Beispiel durch Symrise und der Bereich Journalismus durch das WESTFALEN-BLATT präsentiert. Schneider hat den Schülern den Bereich Bankwesen nähergebracht.

Die meisten Pennäler waren von der Veranstaltung begeistert, nicht alle konnten alles erfahren: Aber man habe Neues und Praktisches über Gehälter, Duales Studium, Numerus Clausus oder Arbeitszeiten erfahren, sagte eine Schülerin. Viele haben nicht gewusst, was heimische Firmen alles an Ausbildungsmöglichkeiten für Abiturienten anbieten oder dass man auch nach einem Studium tolle Jobs im Kreis Höxter finden kann, so die Firmenvertreter in einem Bilanzgespräch. Dass die meisten Abiturienten Höxter verlassen müssten, um Karriere zu machen, das sei für etliche Branchen ein falscher Eindruck. Hierzulande gebe es oft genauso attraktive Jobs wie in Ballungsräumen, man müsse sich nur bei den Firmen schlau machen – und habe die hohe Lebensqualität des Kreises Höxter und die niedrigeren Lebenshaltungskosten als Bonus dazu.

Auch der Schulleiter des König- Wilhelm-Gymnasiums, Georg Wieners, weiß den Informationstag sehr zu schätzen und will ihn kommenden Jahrgängen des KWG Höxter ebenfalls anbieten. »Die Schülerinnen und Schüler können nie genug Informationen bekommen. Es ist enorm wichtig, dass sie mit jemandem reden, der den jeweiligen Beruf tagtäglich ausübt und sich mit der Ausbildung gut auskennt.«

 

Diese Oberstufenschüler des KWG interessieren sich für Berufe in den Medien. WB-Redakteur Michael Robrecht hat über die vielen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten beim WESTFALEN-BLATT referiert.

 

Heimische Unternehmen haben ihre Berufsbilder vorgestellt. Nach der Studienbörse gab es noch eine Nachbesprechung über den Verlauf.

 

von Michael Robrecht - Westfalen-Blatt vom 25.06.2015