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Gymnasiasten in der Grundschule
Donnerstag, 11. Februar 2016 um 15:09 Uhr

Oberstufenschüler des König-Wilhelm-Gymnasiums engagieren sich im Petriganztag und betreuen dort Kinder.

Mit 25 Kindern startete das Ganztagsangebot im Jahr 2004. Heute besuchen 173 Kinder die offene Ganztagsgrundschule in Höxter. Die Ganztagsbetreuung in der Grundschule läuft täglich von 7 bis 16 Uhr. Schon vor dem Unterricht bietet die offene Ganztagsschule eine Frühbetreuung (7 bis 7.45 Uhr) an. Nach dem Unterricht und dem Mittagessen können sich die Kinder vom Schultag erholen und sich die Zeit nach eigenen Wünschen gestalten. Die anschließende Hausaufgabenbetreuung erfolgt in Kleingruppen von acht bis zwölf Schülern. Die Betreuung wird auch von Schülerinnen und Schülern des König-Wilhelm-Gymnasiums übernommen. Gabi Schubring, Leiterin der offenen Ganztagsschule: »Bereits ab der zehnten Jahrgangsstufe können sich Schüler als Hausaufgabenbetreuer anmelden.« Die Betreuer können individuell auf jedes Kind eingehen und auch zum selbstständigen Lernen motivieren. »Man braucht Durchsetzungsvermögen und Geduld, um Aufgaben öfters zu erklären oder mit der Gruppe eine Lösung zu finden. Für dieses Engagement bekommen die jungen Leute auch ein Entgelt«, beschreibt Schubring die Arbeit. Die Kinder profitieren sehr von der Unterstützung der KWG-Oberstufenschüler,die die erledigten Hausaufgaben auf Vollständigkeit und Fehler überprüfen. »Mit der Betreuung habe ich die Hausaufgaben besser und schneller geschafft «, sagt Zweitklässler Noah. Auf der anderen Seite können auch die Betreuer einen großen Vorteil aus der Arbeit ziehen. Timo Gemmeke (18), KWG Schüler des Jahrgangs 12: »Das ist keine Arbeit. Die Betreuung macht wirklich Spaß.« Parallel zu der Hausaufgabenbetreuung wird die Einzelförderung angeboten. Hier treffen sich Schüler und Betreuer an zwei Tagen pro Woche, um intensiv zu arbeiten. »An einem Tag erledigen wir für eine Stunde Hausaufgaben, am anderen Tag machen wir Förderunterricht «, erklärt Franziska Gasch (17), KWG-Schülerin. Helena Loges (18) ist ebenfalls Schülerin des König-Wilhelm-Gymnasiums. Sie kümmert sich um ein Flüchtlingskind. »Das Mädchen ist vor einem Jahr ohne jegliche Deutschkenntnisse aus Syrien nach Deutschland gekommen«, berichtet Schubring. Seit Anfang November wird sie von Helena Loges gefördert. »In den paar Monaten habe ich deutlich ihre Fortschritte in Lesen und vor allem in der Rechtschreibung bemerkt«, berichtet die 18-Jährige über ihre interessierte Schülerin. »Die Hausaufgabenbetreuer erhalten
ein Zeugnis über die Arbeit. Dieses ist zum Beispiel für ein Studium von Vorteil oder für eine Bewerbung für ein Auslandsjahr«, erläutert Schubring. Die Leiterin der OGS würde sich freuen, wenn sich stetig neue Schülerinnen und Schüler zum Betreuen der Hausaufgaben anmelden würden.

Von Tarek Mo u s s a, Westfalenblatt vom 3.2.16