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Schüler wollen Leben spenden
Donnerstag, 11. Februar 2016 um 15:07 Uhr

»Leben spenden macht Schule«: Unter diesem Motto haben sich 72 Schülerinnen und Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. 18 Schulsanitäter waren am Mittwoch im Dienst und nahmen den potenziellen Stammzellenspendern einen simplen Wangenabstrich ab, um deren Gewebemerkmale bestimmen lassen zu können. »Für mich war sofort klar, dass ich mitmache«, sagte Simon Bald (18) aus Höxter.

Über kurz oder lang hätte er sich sicherlich typisieren lassen. Simon Bald: »Die Aktion über die Schule erleichtert den Schritt noch einmal – es ist ja auch nur eine Sache von zehn Minuten. « Seit 2006 gehört eine DKMS-Typisierungsaktion alle zwei Jahre zum festen Programm am städtischen Gymnasium.

»Viele Schulen unterstützen uns auf diese Weise. Je gefestigter die Aktion zum Schulprogramm gehört, desto besser läuft sie auch. Am KWG merkt man, dass alle hinter dem Projekt stehen«, sagte Julia Bombo als Betreuerin der DKMS vor Ort. »In den vergangenen zehn Jahren konnten sieben unserer Schüler Stammzellen für an Blutkrebs erkrankte Menschen spenden«, berichtet Hans Nicolas, stellvertretender Schulleiter. Das sei ein riesiger Erfolg Wie eine solche Stammzellenspende ablaufen kann, berichtete den 17- und 18-jährigen Schülerinnen und Schülern Alexei Quapp (29) aus Steinheim. »2003 war ich selbst noch Schüler. Ich habe mich bei einer Typisierungsaktion am Steinheimer Gymnasium für die DKMS typisieren lassen«, erzählte Alexei Quapp. Jahrelang habe er nichts von der DKMS gehört. 2014 sei der erste Brief gekommen, dass er als Stammzellenspender in einem konkreten Fall in Betracht komme. Nach einer großen Voruntersuchung in einer Klinik in Köln kam es am 11. März 2015 zur Entnahme, ebenfalls in Köln. »Bei mir handelte es sich um eine periphere Stammzellenentnahme – ohne Operation. Nach einer fünftägigen Hormonbehandlung wurden die Stammzellen aus meinem Blut gewonnen«, erklärte der 29-Jährige. Leider habe er einige Monate später erfahren, dass der amerikanische Patient, für den er Spender war, gestorben sei. »Jetzt bin ich ein Jahr gesperrt. Danach bin ich gerne wieder bereit, zu spenden«, betonte er.

Was es heißt, Stammzellenspender zu sein, hat Alexei Quapp aus Steinheim (von links) den Gymnasiasten berichtet. Julia Bombo von der DKMS und Hans Nicolas, stellvertretender Schulleiter, haben sich über die vielen Schüler gefreut, die sich in der Spenderdatei registrieren lassen möchten.

 

Annika Korte (links) und 17 weitere Schulsanitäter des König-Wilhelm-Gymnasiums haben bei der DKMS-Typisierungsaktion mitgeholfen und Schülern wie Simon Bald (rechts) einen simplen Wangenabstrich abgenommen.

 

von Silvia Schönheim - Westfalen-Blatt vom 05.02.2016