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Zehn Minuten auf der Flucht
Montag, 22. Februar 2016 um 14:16 Uhr

Aktionswoche: Mit dem "Missio-Truck" kommt eine interaktive Ausstellung nach Höxter.

Das Programm bietet eine Filmvorführung, Friedensgebete und Kulinarisches aus verschiedenen Ländern

 

Besucher schlüpfen für  zehn  Minuten in die Rolle eines Flüchtlings aus der Demokratischen Republik Kongo. Sie betreten sechs verschiedene Räume und müssen Aufgaben aus der Sicht eines Flüchtlings bewältigen, wie zum Beispiel die Frage, was er oder sie auf die Flucht mitnimmt. "Es ist eine gute Möglichkeit, um Menschen mit dem Thema Flucht und Vertreibung in Berührung zu bringen", sagt Gemeindereferentin Marie-Luise Bittger.

»Es ist unsere Aufgabe für den Frieden da zu sein«

Vormittags ist die Ausstellung ausschließlich für Schulen aus Höxter geöffnet. Etwa 400 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zwölf des König-Wilhelm-Gymnasiums (KWG) sowie der Real- und Hauptschule werden den Missio-Truck besuchen. "Zum einen schicken wir unsere Schüler dahin, zum anderen sind wir Schule ohne Rassismus", sagt Christian Austermühl, Lehrer am KWG. Im Welcome-Café organisieren einige Schülerinnen Kinderbetreuung. Sie bieten dort Malworkshops, Kinderschminken und sogar Speed Stacking an.

"Wenn der Truck schon einmal da ist, wäre es schön dazu ein Rahmenprogramm zu schaffen", erklärt Marie-Luise Bittger. So sei die Idee entstanden, eine ganze Aktionswoche "Menschen auf der Flucht" in Höxter anzubieten. Ab dem 22. Februar wird es von Montag bis einschließlich Samstag täglich Aktionen geben, um Begegnungen mit Ehrenamtlichen und Flüchtlingen zu ermöglichen. Das Programm richte sich an die gesamte Bevölkerung.

An fünf Tagen wird abends ein gemeinsames Friedensgebet unter dem Motto "Über alle Grenzen" stattfinden. Am Gebet werden die evangelischen Gemeinden, die türkisch-islamische und die koptische Gemeinde teilnehmen. Für den ersten Tag plant Pfarrer Björn Corzilius eine besondere Aktion: "Wir wollen zwischen Kilianikirche und Nikolaikirche eine Lichterkette spannen, wenn genügend Leute kommen", verrät er. "Es ist unsere Aufgabe für den Frieden da zu sein", betont Corzilius.

Beim kulinarischen Marktstand am Mittwoch, 24. Februar, wird es Spezialitäten aus verschiedenen Ländern geben. Damit möchten sich die Flüchtlinge für die Gastfreundschaft der Höxteraner bedanken, erklärt Annette Hesse vom Verein Welcome.

Die Aktionswoche wird feierlich enden mit dem "Get together"-Festival in der Tonenburg bei Albaxen unter dem Motto "Zusammen rocken für Vielfalt und Toleranz- zusammenrücken für ein buntes Höxter".