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Schüler gehen auf Klang-Weltreise
Montag, 22. Februar 2016 um 14:39 Uhr

Seit zehn Jahren erklärt Instrumentensammler Reinhard Stille am König Wilhelm Gymnasium die Kulturen der Welt anhand des Klangs ihrer Instrumente.


Am Höxteraner König-Wilhelm-Gymnasium ist Reinhard Stille (55) immer wieder ein gern gesehener Gast. Gestern und heute führt der aus Steyerberg im Landkreis Nienburg kommende Instrumentensammler den rund 200 Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Klassen des KWG eine Auswahl exotischer Instrumente vor.


"Wir machen das jetzt zum fünften Mal, dass wir Reinhard Stille zu dieser musikalischen Weltreise einladen, denn mit dieser Klangwerkstatt erweitern wir bei den Kindern das Bewusstsein für andere Kulturen und auch für jeden einzelnen selbst", erläutert KWG-Musikpädagogin Eva Greipel-Werbeck.


Rund 25 exotische Trommeln, Flöten und Streichinstrumente hat der passionierte Instrumentensammler vor der Schülergruppe ausgebreitet. Für manche Instrumente braucht es richtig viel Kraft. "Ich dachte anfangs, ich würde einfach weggezogen werden, aber dann habe ich mich mit dem ganzen Körper dagegen gestemmt und habe standgehalten", berichtet Alicija (11). Sie hat zusammen mit Reinhard Stille ein an Gummischnüren befestigtes Windrad in Schwung gebracht, das ein Geräusch erzeugt, das sich wie Sturmwind anhört. Aber auch Donnerdose und Regenrohr gehörten zu Stilles klanglicher Wetterküche.


"Es geht hier nicht um Notenkenntnisse und Melodiefolgen, sondern um ganz intuitive Klangerfahrung", sagt Stille. Viele Klänge sind auch mit ethnischen Assoziationen verknüpft. Bei manchen Klängen ist man gedanklich im tiefsten afrikanischen Urwald. Andere Klänge verortet man unwillkürlich im fernen Osten. Bei Reinhard Stille erfuhren die Kinder, was das für Instrumente sind.


Was man umgangssprachlich als "Buschtrommeln" bezeichnet sind in Wahrheit Schlitztrommeln. "Sie werden aus einem einzigen Holzstück gefertigt und über die hineingearbeiteten Resonanzschlitze lässt sich die Klanghöhe variieren, je nach dem, wo ich auf die Trommel schlage", erläutert Stille. Typisch asiatisch ist hingegen der luftige Klang eines Röhrenglockenspiels.


"Ich selbst lerne gerade Klarinette, aber ich finde es auch sehr spannend, diese ganz anderen Instrumente kennen zu lernen", sagt Schülerin Deborah (10).

 

von Burkhard Battran - Neue Westfälische vom 12.02.2016