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Lob für außergewöhnlichen Einsatz
Sonntag, 21. Februar 2016 um 00:00 Uhr

Siegerinnen sind alle sieben – die Jury musste sich jedoch für eine der jungen Bewerberinnen entscheiden: Luisa Mercedes Rode (17) aus Amelunxen ist Trägerin des »Young Women in Public Affairs Award« 2016. Der Zonta-Club Höxter hat den begehrten Ehrenamtspreis für Schülerinnen zwischen 16 und 19 Jahren zum neunten Mal vergeben.

 

»Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich gewinne«, zeigte sich Luisa Rode, die die elfte Klasse des Städtischen Gymnasiums Beverungen besucht, überwältigt. Wertschätzung erfuhren sie und auch die sechs weiteren Bewerberinnen gleichermaßen. Denn sie alle setzen sich beherzt für andere Menschen ein und haben die Gleichberechtigung der Frau – ein zentrales Anliegen von Zonta International – mit wachem Verstand und klaren Vorstellungen im Blick. Bildung als Schlüssel zur Gleichberechtigung, denn Aufklärung schafft Selbstbewusstsein und befähigt Frauen, für ihre Rechte einzutreten: Die sieben Schülerinnen vertreten reflektierte Standpunkte zur Bekämpfung des Unrechts gegenüber Frauen in verschiedenen Ländern.

Gemeinsam haben die sieben Bewerberinnen auch eines: Sie wollen die Welt ein wenig besser machen – nicht passiv, sondern aktiv. Das rechnet der Zonta-Club Höxter ihnen hoch an. So standen Anna Böger (19, Gymnasium Brede, Brakel), Sarah Gehle (Gymnasium Brede, sie war mit ihren 16 Jahren die jüngste Bewerberin), Gina Göhmann (18, Campe-Gymnasium Holzminden), Carolin Kirchhoff (König-Wilhelm-Gymnasium Höxter), Aysegül Paran (Gymnasium Brede), Luisa Mercedes Rode (Gymnasium Beverungen) und Madleen Schäfer (Gymnasium Brede) gleichermaßen im Rampenlicht, als Zonta-Präsidentin Christina Irgang in der Aula des KWG Höxter die festliche Preisverleihung eröffnete. Im Hinblick auf die Gleichberechtigung der Frau gebe es in Deutschland und weltweit noch viel zu tun. »Deshalb fördern wir junge Frauen«, betonte Christina Irgang.

Vize-Landrat Hans-Günter Koßmann unterstrich in seinem Grußwort, dass sich mit Gina Göhmann erstmals eine Schülerin aus Holzminden beworben habe. »Das erfüllt die interkommunale Zusammenarbeit über die Weser hinweg mit Leben.« Mit Bürgermeister Alexander Fischer traf er eine gemeinsame Einschätzung: »Jede Nominierte ist eine Siegerin.«

Den jungen Frauen zollte Fischer Respekt dafür, dass »weder der Stress in der Schule noch das Surfen in den sozialen Netzwerken« sie davon abgehalten habe, sich zu engagieren. »Sie sind das Beste, was einer Gesellschaft passieren kann.« KWG-Schulleiter Georg Wieners hob hervor, dass die Nominierten mit ihrem außergewöhnlichen Einsatz Vorbilder für ihre Altersgenossen seien.

Diesem Zweck dient auch der Zonta-Wanderpokal, den die Schule der Preisträgerin jeweils erhält. 2015 hatte Merle Spellerberg vom KWG den Award erhalten. Georg Wieners übergab den Pokal daher an die Kollegen des Gymnasiums Beverungen. Diese Schule besucht Luisa Rode. Die 17-Jährige übernimmt dort als Medienscout, Streitschlichterin und Leiterin des Sanitätsdienstes Verantwortung. Außerhalb der Schule bringt sie ihr Herzblut in den Aufbau einer Jugendrotkreuzgruppe ein. Mit ihrem Zwillingsbruder leitet sie eine Taekwon-Do-Jugendgruppe. Ihr musikalisches Talent bringt Luisa an der Orgel für die Kirchengemeinde ein. »Luisas Tag muss mehr als 24 Stunden haben«, würdigte Laudatorin Susanne Kos.

Die Schülerin selbst betrachtet all das, was sie tut, bescheiden. Luisa ist gerne für andere da. Über ihr Umfeld hinaus blickt sie mit wachem Interesse auf andere Kulturen. »Ich war in Neuseeland und reise in den Sommerferien nach Panama.« In ihre Familie bringt ein Austauschschüler aus Uruguay Internationalität ein. Zu den Grundrechten der Frauen vertritt die Preisträgerin einen klaren Standpunkt: Es sei Sache der Regierungen, dafür zu sorgen, dass alle Frauen Bildung und Gleichberechtigung erfahren. Um diesen Gedanken zu unterstützen, möchte Luisa ein Auslandsjahr in der Organisation »Westwärts« in Nicaragua absolvieren.

Zuvor macht sie in Beverungen ihr Abitur. Die Schule wird 2017 Schauplatz der Preisverleihung sein. Der Zonta-Club hat nämlich die Tradition begründet, den Award in der Schule der Vorjahressiegerin zu übergeben. Die musikalische Gestaltung der Feierstunde im KWG hatten Clara und Frieda Beermann übernommen.

Zuvor macht sie in Beverungen ihr Abitur. Die Schule wird 2017 Schauplatz der Preisverleihung sein. Der Zonta-Club hat nämlich die Tradition begründet, den Award in der Schule der Vorjahressiegerin zu übergeben. Die musikalische Gestaltung der Feierstunde im KWG hatten Clara und Frieda Beermann übernommen.

 

 

von Sabine Robrecht - Westfalen-Blatt vom 17.02.2016