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Eine Generation hilft der anderen
Montag, 02. Mai 2016 um 13:35 Uhr

 In Höxter ist sie bereits etabliert: die Taschengeldbörse. Nun übernimmt auch das Seniorennetz Beverungen das Konzept, um Jugendliche und Senioren zusammenzubringen.

Wie genau diese Hilfe aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus Höxter. Dietlinde Hakenbroich-Schiff ist eine lebenlustige Frau. Die 75-Jährige ist begeisterte Ruderin, engagiert sich in der evangelischen Kirchengemeinde und führt Touristengruppen durch Corvey. Wobei braucht diese Dame schon Hilfe? »Internet, Drucker, E-Mail, Navigationsgerät und Handy: Ein VHSKursus hat mir bei meinem Problem nicht wirklich helfen können. Ich habe einen geduldigen Jugendlichen gesucht, der mir diese Dinge erklärt, solange ich noch den Elan habe, das alles zu lernen «, sagt sie. Und den hat sie gefunden. Die Taschengeldbörse vermittelte ihr den 15-jährigen Schüler Rio Ucik
aus Amelunxen, der sich ebenso wie sie gesellschaftlich engagiert, bei der Jugendfeuerwehr aktiv ist, Konfirmand in der gleichen Kirchengemeinde und in der Schülervertretung am König-Wilhelm- Gymnasium. »Sicherlich habe ich mir aufgrund des Alters schon ein paar Gedanken gemacht, aber als ich
Rio dann kennenlernte, dachte ich nur ›huch, ist der erwachsen für sein Alter‹. Er leitet mich ganz ruhig. Ich bin da schon lebhafter und rede auch mal ganz gerne mit den Dingen, wenn etwas nicht funktioniert. Bei uns beiden stimmt einfach die Wellenlänge «, sagt Dietlinde Hakenbroich-Schiff begeistert. Heute steht das Öffnen und Anhängen von Dateien bei EMails auf dem Lehrplan. »Ich hab heute Morgen schon ganz brav geübt. Aber das mit dem Doppel,- Links- und Rechtsklick mit der Maus musst Du mir noch mal erklären«, sagt sie zu Rio und nimmt ihn mit ins Arbeitszimmer.

Westfalen-Blatt, den 28.04.2016