Start Aktuell Nachrichten Abitur - und was dann?
Abitur - und was dann?
Mittwoch, 29. Juni 2016 um 13:22 Uhr

Marvin Gniadek aus Lüchtringen hat seine Entscheidung längst getroffen. Schon vor dem Abitur stand für ihn fest: Zur Bundeswehr soll es gehen. Im Oktober 2015 hatte er in Paderborn ein Beratungsgespräch. »Drei Monate später kam dann die Einladung zum Vortest nach Hannover.

Den habe ich bestanden und durfte dann zum Einstellungstest im Februar nach Köln«, erzählt der 18-Jährige stolz. Drei Tage wurden dort physische und psychische Fähigkeiten geprüft. »Während der Sport keine Herausforderung darstellte, sorgte das ein oder andere Gespräch schon für Nervosität«, berichtet er. Die Zusage kam jedoch sofort. Bei der Bundeswehr will er auch studieren: Seine Wahl fiel auf Politik. Eine Offizierslaufbahn kann er aber nicht direkt einschlagen. Zunächst wartet die Grundausbildung auf ihn. Marvin kann es kaum erwarten, für 13 Jahre hat er sich verpflichtet. »Meine Eltern und Freunde stehen alle hinter mir. Nach meinem Praktikum bei der Bundeswehr im Jahr 2014 war meine Zukunft klar.« Auch den möglichen Auslandseinsätzen sieht Marvin mit Zuversicht entgegen. Er sieht sie als Möglichkeit, seinen Horizont zu erweitern.

 

Jannis Beverungen

 

Jannis Beverungen ist 17 Jahre alt und hat das Abitur ebenfalls bestanden. Er will auf jeden Fall in der Region bleiben. »Ich werde bei Symrise ein duales Studium beginnen«, sagt der Abiturient. Vor zwei Jahren absolvierte er schon sein Schülerpraktikum beim Weltmarkt-Unternehmen in Holzminden. Ab dem 1. August wird er nun, teils in Holzminden und teils in Göttingen, drei Jahre lang den Weg zum »Bachelor of Business Administration« gehen, verbunden mit der Ausbildung zum Industriekaufmann. Bereits im vergangenen Jahr bewarb er sich und bekam schnell die Zusage. Und warum entscheidet sich ein junger Mann für die Region? »Man kennt hier schon alles, das ist ein Vorteil. Meine Familie lebt hier, genau wie meine Freunde. Ich will hier nicht weg, ich fühle mich wohl.«

 

Hannah Rüther

 

Ins Land der Koalas und kilometerlanger Traumstrände wird es Hannah Rüther (18) aus Höxter verschlagen. Für ein halbes Jahr will sie per »Work and Travel« quer durch Australien reisen. »Ich wollte nach dem Abitur erst mal eine kleine Pause machen und nicht direkt studieren – das stand schon lange für mich fest«, erzählt sie. Warum Australien? Amerika und Kanada habe sie bereits besucht, sagt sie, und viele Freunde hätten ausschließlich Gutes aus »Down Under« berichtet. Zusammen mit ihrer Freundin Julia macht sie sich im Herbst auf den Weg. Ein Visum hat sie bereits beantragt. Viele Umstände, wie beispielsweise beim Einreisen in die USA, hat es dabei glücklicherweise nicht gegeben. Unter ihren Zielen auf der langen Reise sind einige Klassiker: Neben dem Opera House in Sydney möchte sie unbedingt den mystischen Ayer’s Rock und Frayser’s Island besuchen, die größte Sandinsel der Welt, mitten im kristallklaren Wasser des Pazifiks. Für alle sprachlichen Abenteuer habe sie der Englisch-Leistungskursus am KWG gewappnet. Auf den speziellen Akzent der »Aussies« ist sie dennoch gespannt.

 

Maria Becker

 

Ein paar Grad kälter wird es bei Maria Becker (18) aus Höxter sein. Im November wird sie im österreichischen Ischgl eine Schulung als professionelle Skilehrerin beginnen. »Bis ich mir über meine berufliche Zukunft im Klaren bin, möchte ich mir noch eine Auszeit gönnen und das tun, was mir Spaß macht«, sagt sie. Um die staatlich anerkannte Lizenz zu erhalten, muss sie über einen Monat an diversen Kursen teilnehmen, bis sie Kinder und Jugendliche auf den Brettern unterstützen darf. Mit vier Jahren ist sie selbst ihre erste Abfahrt hinuntergebrettert, seitdem gingen so gut wie alle Familienurlaube nach Österreich. Jetzt möchte Maria ihre Erfahrungen auf der Piste weitergeben: »Gerade bei Kindern sieht man schon nach kurzer Zeit Fortschritte, bis sie dann eigenständig fahren können – darauf freue ich mich am meisten.« Ende Dezember wird sie noch einmal in ihre Heimat kommen und mit ihrer Familie Weihnachten feiern. Danach geht es dann bis Ende März auf den Berg. Wie man bei den vier befragten Abiturienten sehen kann, gibt es ganz individuelle Pläne für die nahe oder auch schon ferne Zukunft. Einen Musterweg gibt es dabei nicht – das haben die meisten bereits in der Schulzeit erkannt. Umso spannender ist, wie sich jeder entscheidet. Das WESTFALENBLATT wünscht allen Abiturienten viel Glück!