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Schadstoffe im Gymnasium
Sonntag, 29. August 2010 um 17:08 Uhr

Verwaltungstrakt wird für 130.000 Euro saniert / Mittel werden umgeschichtet

 

Schränke, Regale und Wände aus Spanplatten – die sind im gesamten Verwaltungstrakt des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter zu finden. All das muss jetzt raus. Der Grund: Formaldehyd, das in den Holzplatten enthalten ist. Die Substanz gilt seit 2004 als krebserregend. Darum wird der ganze Trakt nun für etwa 130.000 Euro saniert.

Spanplatten dürfen nach einer Festsetzung des Bundesgesundheitsamtes nicht mehr als 120 Mikrogramm des Stoffes pro Kubikmeter Raumluft abgeben. In einem Zimmer des Gymnasiums wurde jedoch eine Formaldehyd-Belastung von 280 Mikrogramm gemessen. Der Gutachter sagte allerdings, dass es keine akute Gefahr für die Mitarbeiter gibt. Die Empfehlung lautet nur, die Materialien auf lange Sicht gesehen auszutauschen. Die Stadt Höxter 100828_schadstoffe.JPGhat sich trotzdem gedacht: Lieber sofort handeln.

„Die Herbstferien sind der nächstmögliche Zeitraum, wo die Arbeiten erledigt werden können“, erklärte Bürgermeister Alexander Fischer. Der Schulbetrieb soll nicht unter den Bauarbeiten leiden. „Das wird sofort angegangen“, versichert Fischer.

400 Quadratmeter Fläche sind von den Sanierungsmaßnahmen betroffen. Schränke, Wände, Raumteiler und Teppiche – alles kommt raus. Die Stadt Höxter hat fünf Unternehmen aufgefordert, ein Angebot abzugeben, entschieden ist aber noch nichts. Etwa 130.000 Euro wird die Sanierung voraussichtlich kosten. Bürgermeister Alexander Fischer will das Ganze bei der nächsten Tagung des Finanzausschusses am 6. September besprechen. „Die Mittel sind da, sie müssen nur umgeschichtet werden“, erklärt er. „Das könnte mit dem Geld gemacht werden, das ursprünglich für die Parkhaus-Sanierung vorgesehen war. Das ist nun schon erledigt.“

Das Gymnasium ist 1971 gebaut worden, aus diesem Jahr stammen auch die problematischen Schränke und Wände. „Wichtig ist aber zu betonen, dass diese Materialien wirklich nur im Verwaltungstrakt der Schule verwendet wurden“, betont der stellvertretende Schulleiter Hans Nicolas. „Im Rest des Schulgebäudes besteht keine Belastung durch Formaldehyd.“


Formaldehyd


Die Substanz kann Allergien auslösen, Kopfschmerzen verursachen und die Schleimhäute reizen. Seit 2004 gilt der Stoff als krebserregend. Bei Zimmertemperatur ist Formaldehyd gasförmig, farblos und riecht stechend. In der Kosmetik wird Formaldehyd zur Konservierung verwendet, was wegen des hautreizenden Potenzials des Stoffes als problematisch gilt.

Julia Radtke, Neue Westfälische, 28. August 2010