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Mitreißendes Musizieren
Mittwoch, 17. Dezember 2008 um 12:57 Uhr

Vorweihnachtliches Konzert des König-Wilhelm-Gymnasiums in der Marienkirche

Wenn heutigentags der Zweck der Schulmusik vorrangig darin besteht, dass Kinder und Jugendliche mit Lust an Musik, gleich welcher Art, herangeführt werden, dann ist der Musikunterricht im König-Wilhelm-Gymnasium (KWG) Höxter äußerst zweckdienlich, ja vorbildlich! Denn: Musizierende Kinder lernen besser und kommen im sozialen Umfeld gut zurecht.

Singen löst ähnliche Glückshormone aus wie essen, so stellte es kürzlich der Musikwissenschaftler Eckart Altenmüller fest. Da ist was dran. Denn mit einem mitreißenden Klangband an Musikalität stellten die Musikpädagogen des KWG Höxter die Ergebnisse ihres Schaffens einem großen Auditorium in der Marienkirche vor. Allen voran Eva Greipel-Werbeck, Thomas Schmid-Leißler, Martin Leins und Ralf Westermann. Das miteinander atmen und sich gegenseitig Impulse geben, gerade in der heimeligen Zeit des Advents, war an diesem Abend das prägnante Geheimnis der Musik.

Und es ging so richtig los mit Henry Purcells "Intrada und Ringgadoon" für Blechbläser, Leitung Thomas Schmid-Leißler. Ralf Westermann fungierte als Leiter mehrerer Chöre, des Unterstufen-, Mittel- und Oberstufenchores des KWG sowie den Stimmen verschiedener Musikkurse. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, das darin bestand, auf dem schmalen Grat zwischen Machbarem und Unmöglichem zu balancieren. Auf Grund der fehlenden "Männerstimmen" war es für Westermann ein Balanceakt. Aber auch der dargebotene Unisono-Gesang fand bei der Zuhörerschaft großen Anklang. Aber da war noch etwas, das besonders aufhorchen ließ: die Beiträge der Streicher-, Flöten-, Holz- und Instrumentenklassen. Natürlich brauchte es hier einige Takte der Eingewöhnung sowie der Einhaltung der Tempi.

Den Beweis, dass es sich nach einigen Jahren der musikalischen Schulung ganz anders darstellt, erbrachte das Holzbläserensemble unter der Leitung von Eva Greipel-Werbeck. Mit rhythmischer Raffinesse wurde das "Englische Weihnachtslieder-Medley" gekonnt und äußerst diszipliniert interpretiert, pendelnd zwischen blühendem Melos und üppiger Klangpracht. Wie Balsam drangen diese Darbietungen in die hellwachen Seelen des lauschenden Publikums ein. Überhaupt, hier konnten die Eltern der Schüler und Schülerinnen erahnen, was es heißt, wenn auf charmante Art Musik vermittelt wird.

Georg Friedrich Händels Todestag jährt sich im kommenden Jahr zum 250. Mal. Als Hommage an diesen großen Komponisten des Barock, der zu Lebzeiten weitaus berühmter war als sein "Nachbar" Johann Sebastian Bach, wartete abschließend das gemeinsame Orchester des KWG und der Musikschule Höxter mit Teilen der Orchestersuite "Wassermusik" auf, Leitung Eva Greipel-Werbeck. Besonders hervorzuheben hier das Holzbläserquartett in der Besetzung der vier Flötistinnen Sofia Heukrodt, Judith Zimmermann, Judith Schmitz und Jolien Willert sowie die zehn munter aufspielenden Nachwuchs-Violinisten des Orchesters.

Nach dem gemeinsamen Adventschoral "Macht hoch die Tür" wurden die Interpreten nach zwei Stunden mit viel Beifall überschüttet.

Heinz Trompetter, Neue Westfälische, 18. Dezember 2008