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| Überraschung nach den Ferien |
| Freitag, 17. Oktober 2008 um 13:03 Uhr |
Spielen und Toben erleichtert in der Pause das LernenHöxter. "Achtung! Jetzt kommt eine Tonne!", hieß es gestern Morgen auf dem kleinen Pausenhof für die Unterstufe des König-Wilhelm-Gymnasiums (KWG) in Höxter. Für die Fünftklässler begann die Schulzeit nach den Ferien mit einer riesigen Überraschung und einem großen Hallo: Es darf wieder gespielt werden.
"Wer die Idee hatte, ist gar nicht mehr festzustellen", meint Schulleiter Georg Wieners. "Plötzlich stand der Gedanke im Raum und wurde von allen unterstützt." Die praktische Umsetzung als Projektleiter hat der Biologie- und Klassenlehrer der 5 b, Reiner Stuhldreyer, übernommen. Er hat das Spielzeug ausgewählt und eingekauft und freut sich in diesen Tagen mindestens genauso so sehr wie die Schüler. Wenn bisher mit dem Wechsel von den Grundschulen mit ihren sehr liebevoll und kindgerecht gestalteten Angeboten zum König-Wilhelm-Gymnasium der Ernst des Lebens begann, war auch auf dem Pausenhof Schluss mit Lustig. "Das war viel zu krass", stellt Reiner Stuhldreyer, der auch Sportfachberater für ganz OWL bei der Bezirksregierung ist, fest. "Es sind ja immer noch Kinder mit einem ungeheueren Bewegungsdrang." Diesem Bedürfnis der Kinder wird jetzt gezielt Rechnung getragen. Fünfzehn freiwillige Sporthelfer wurden unter Leitung von Reiner Stuhldreyer ausgebildet. Sie werden die Kinder im geschützten Raum auf dem separaten Pausenplatz betreuen, beim Spielen anleiten und auch einen Blick darauf haben, dass das Spielzeug zum Pausenende wieder eingesammelt wird und nicht im Gebüsch verschwindet. Das neue Spielangebot ist auch ein Mittel zu verhindern, dass sich Bewegungsdrang in ungezügelten Energien Bahn bricht. Kleine Rangeleien und Kloppereien könnten sich somit schon im Ansatz abfangen lassen. Die weiteren Vorteile liegen auf der Hand: Wer miteinander spielt, schlägt sich nicht. Wer sich bewegt, setzt keinen Speck an. Mit sauerstoffgefluteten Gehirnzellen lernt sich's leichter, und mit ein paar freigesetzten Endorphinen macht Schule auch viel mehr Spaß.
"Zu dritt oder zu viert macht das Seilhüpfen richtig Spaß." Jonglierteller und Frisbeescheiben finden reißenden Absatz. Franziska Hagespiel und Lena Benkorich und viele andere der 10- und 11jährigen Schülerinnen und Schüler freuen sich am meisten über die vielen Bälle. "Jetzt können wir richtig Völker- und Volleyball spielen!", ist zu hören. Und es wird deutlich, dass sich die meisten aufs gemeinsame Spielen miteinander freuen. Mit etwas Abstand schaut Franziska Müter sich das bunte Treiben um die blaue Tonne an. "Was ich am besten finde? - Das Beste ist, dass es überhaupt was gibt", meint sie und lässt den Blick über den kahlen Pausenhof schweifen. "Hier ist ja sonst nichts." Schulleiter Georg Wieners stimmt ihr zu, versichert aber auch, dass es nicht so bleiben wird. "Das ist nur ein Anfang", sagt er. Künftig sollen auch die Sechstklässler, von denen sich einige bereits beschwert haben, mit Spielzeug ausgestattet werden, und auch der Pausenplatz soll interessanter und kinderfreundlicher gestaltet werden. "Demnächst wird es hier Fußballtore geben", kündigt er an. Roswitha Hoffmann-Wittenburg, Neue Westfälische, 15. Oktober 2008 |
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Und das hat sich die Schule einiges kosten lassen. 800 Euro wurden aus eigenem Etat und mit Unterstützung des Fördervereins investiert, um die fünf Fünfer-Klassen mit ihrer jeweils eigenen Tonne voller Spielzeug zur fröhlichen Pausengestaltung auszustatten.
Groß ist die Spannung bei den bereits wartenden Kindern, als die diensthabenden Sportleiter Kristopher Kruska und Stefan Bräcker, beide aus der 10 b, die blaue Tonne, die Reiner Stuhldreyer mit viel Überzeugungsarbeit und zu einem guten Preis beim Kreis Höxter erworben hat, auf den Pausenplatz schleppen. Bei der feierlichen Öffnung des Deckels sind auch Schulleiter Georg Wieners und Detthard Martschinke dabei. "Toll, das kann ich schon!" Emma Schopp greift sich ein Diabolo, packt es aus und knotet sachkundig das Jonglierseil an die Haltestäbe. Das Spiel ist leicht zu erlernen und wird nie langweilig, weil der Spieler seine Technik immer weiter verbessern und entwickeln kann. "Ich finde das cool!" sagt Maria Becker. Ihr haben es die Springseile angetan.