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Eine weitere Mensa muss her
Mittwoch, 17. September 2008 um 13:08 Uhr

1,3 Millionen Euro für gemeinsame Kantine von Realschule und Gymnasium

Vor ziemlich genau einem Jahr ist die Mensa der Bielenberg-Hauptschule eröffnet worden. Am Mittwochabend hat der Schulausschuss einstimmig beschlossen, im Schulzentrum eine weitere Kantine zu bauen. Sie soll von Realschule und Gymnasium gemeinsam genutzt werden.

Wäre es da nicht sinnvoll gewesen, gleich ein zentrales Mensa-Gebäude für das gesamte Schulzentrum zu bauen, wie es vor vielen Jahren schon angedacht worden war, fragte CDU-Ratsherr Georg Moritz.

Wäre es bestimmt, doch die Schuld trifft nicht Höxter, sondern Düsseldorf. "Es war ein Schnellschuss der Landesregierung, die im Frühjahr beschlossen hat, dass auch Realschulen und Gymnasien, wenn sie Nachmittagsunterricht erteilen, auch eine Übermittagbetreuung mit einer Essensmahlzeit anbieten müssen", erläuterte der Ausschussvorsitzende Alexander Fischer. "Das ist eine gesetzliche Regelung, mit der wir jetzt umgehen müssen", fasste Fachbereichsleiterin Maria Franke das Problem seitens der Verwaltung zusammen. Dieser Umgang sieht so aus, dass unterhalb der Bielenberg-Sporthalle auf der städtischen Wiese gegenüber dem Parkplatz vor der Hauptschul-Mensa eine weitere Mensa errichtet werden soll. Sie soll als zweigeschossiges Gebäude angelegt werden. Unten kommen Technik-, Funktions- und Lagerräume hin, oben ein Speisesaal für 300 Schüler mit einer Fläche von 400 Quadratmetern. "Das Gebäude wird 26 Meter lang, aber es stehen uns 50 Meter zur Verfügung, sodass eine Erweiterung möglich ist. Auch denken wir daran, die Statik und die Dachkonstruktion so anzulegen, dass auch eine Aufstockung auf drei Geschosse problemlos möglich sind", erläuterte Georg Beverungen von der Hochbauabteilung der Stadt.

Anders als bei der Hauptschul-Mensa, die zu 80 Prozent aus Landeszuschüssen finanziert worden ist, muss die Stadt Höxter diesmal tief in die Tasche greifen. "Mit Inventar wird das auf ein Kostenvolumen von 1,3 Millionen Euro hinauslaufen", sagte Fachbereichsleiterin Franke. 100.000 Euro bekommt die Stadt pro Schule als Zuschuss vom Land. "Für die Finanzierung werden wir andere für das Haushaltsjahr 2009 geplante Investitionen verschieben müssen", sagte Franke.

Grünen-Ratsherrin Martina Fahlbusch bezeichnete das Konzept von zwei Mensen in einem Schulzentrum als "Stückwerk". Auch Matthias Grothe, sachkundiger Bürger der UWG, regte an, angesichts der nicht gerade üppigen Bezuschussung, sich die Zeit für eine ausgefeiltere Planung und ein nachhaltiges Konzept zu nehmen. Doch Zeit ist genau das, was fehle, machten die zur Sitzung eingeladenen Schulleiter deutlich. "Wir sind verpflichtet, die Übermittagbetreuung ab Februar anzubieten", sagte Oberstudiendirektor Georg Wieners, Schulleiter des König-Wilhelm-Gymnasiums. Seitens der Schulen werde die Mittagsbetreuung mit Verpflegung positiv gesehen, denn damit würde der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung getragen. Auch das Gebäudekonzept finden die Schulen richtig. "Die Variante ist die beste und zukunftsfähigste", betonte Realschulleiter Gerd Mnich.

Verworfen wurde die Variante, die Hauptschul-Mensa aufzustocken. Sie hätte 100 Plätze weniger gehabt und Fördergelder in beträchtliche Höhe müssten zurückgezahlt werden.

Eine Stunde Pause

Von 13 bis 14 Uhr soll die Mittagspause an Realschulen und Gymnasien dauern. In dieser Zeit dürfen die Schülerinnen und Schüler das Schulgelände nicht verlassen. Sie haben Gelegenheit, eine warme Mahlzeit einzunehmen. Das König-Wilhelm-Gymnasium und die Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule wollen außerdem Bewegungs- und Entspannungs-Angebote machen. Die Betreuung soll in Zusammenarbeit mit dem Holzmindener gemeinnützigen Verein "Projekt Begegnung" organisiert werden, der auch bereits für die Mittagbetreuung an der Bielenberg-Hauptschule verantwortlich ist. Die Kosten dafür trägt das Land.

Burkhard Battran, Neue Westfälische, 05. September 2008