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| Ein Pieks, der Leben retten kann |
| Dienstag, 12. August 2008 um 13:24 Uhr |
Schüler am König-Wilhelm-Gymnasium lassen sich typisieren
Mit 150 Teilnehmern war die Resonanz diesmal noch größer als bei der letzten Aktion 2006. "Von 114 Registrierten auf 150, das ist eine hervorragende Steigerung", freute sich Conrad Gerdemann, Mathematik- und Sportlehrer am KWG, der beide Aktionen ins Leben gerufen hatte. Fast die gesamten Jahrgangsstufen 11 und 12 sowie einige Eltern und Lehrer fanden sich im Laufe des Vormittags im Spendenraum ein, um sich in die Datei aufnehmen zu lassen. Auch diesmal wurden die Blutabnahmen von Kreismedizinaldirektor Ronald Woltering und seiner Mitarbeiterin Christine Kröger vorgenommen. Einige Oberstufenschüler halfen außerdem, die Daten der Spender zu erfassen. Laut DKMS erkrankt in Deutschland alle 45 Minuten ein Mensch neu an Leukämie (Blutkrebs). Für viele ist die Übertragung von Stammzellen die einzige Heilungsmöglichkeit. Allerdings ist es oft problematisch einen Spender zu finden, da bei ihm mindestens sechs Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen müssen. In der Knochenmarkspenderdatei werden deshalb die Daten von so vielen potenziellen Spendern wie möglich gesammelt, um sie anonym an Spender suchende Einrichtungen in der ganzen Welt weiterzugeben. Etwa fünf von 100 Registrierten können dann durch eine Stammzellen- oder Knochenmarkspende einem Leukämieerkrankten das Leben retten. Bereits zwei Schüler, die an der letzten Typisierungsaktion am KWG teilgenommen hatten, haben Stammzellen gespendet (die NW berichtete).
Da jede Typisierung, also Bestimmung der Gewebemerkmale, 50 Euro kostet, bedankt Gerdemann sich besonders bei den Sponsoren. Finanziell und organisatorisch hatten Klaus Schumacher, 1. Beigeordneter der Stadt Höxter, die Richter der Amtsgerichte Höxter und Holzminden Andreas Hohendorf und Jörg Mertens (durch Bußgeldzuweisungen) sowie Vertreter der Sparkasse Höxter, der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold, der AOK und der IKK die Aktion unterstützt. Text und Foto: Nina Mewes, Neue Westfälische vom 17. Juni 2008 Lesen Sie auch die beiden Berichte in unserem Archiv: Typisierung und Lebensretter. Neue Westfälische, 12. August 2008 |
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Höxter. "Es wäre toll, irgendwo auf der Welt ein Menschenleben mit nur einem kleinen Pieks zu retten." Dirk Rüther (17) setzt sich, zieht den Ärmel hoch und der Arzt entnimmt ihm mit einer Kanüle eine Blutprobe. Nach ein paar Sekunden ist schon alles vorbei. Am König-Wilhelm-Gymnasium (KWG) fand gestern die zweite Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) statt.
Conrad Gerdemann will in Zukunft alle zwei Jahre eine Typisierungsaktion am KWG starten. Als seine Tochter vor fünf Jahren an Leukämie erkrankt war, konnte ihr mit einer Stammzellenspende der DKMS das Leben gerettet werden. "Deshalb bin ich natürlich besonders motiviert und will diese Hilfe weiter voranbringen", erklärt er.