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Schüler halten Erinnerung wach
Freitag, 27. Januar 2012 um 15:30 Uhr

Gymnasiasten reinigen „Stolpersteine“ in Höxter - Geschichtsunterricht konkret


17 Schüler der Jahrgangsstufe 13 des König-Wilhelm-Gymnasiums erleben praktischen Geschichtsunterricht in der Höxteraner Innenstadt. Mit viel Eifer säubern die Jugendlichen die Stolpersteine zum Gedenken der Höxteraner Juden.

47 Stolpersteine erinnern in der Kreisstadt an die Deportation der Höxteraner Juden im 2. Weltkrieg. Die Idee der Anbringung der Steine als Erinnerung geht auf Günter Demnig zurück. „Für die lebenden Angehörigen ist es wichtig, dass die Namen der Opfer auch in Höxter festgehalten werden“, erklärt Bärbel Werzmirzowsky, Geschäftsführerin der Gesellschaft.
In kleinen Gruppen haben sich die Schüler in der Höxteraner Innenstadt verteilt und in den Straßen die verdunkelten und schlecht lesbaren Messingplatten poliert und ihnen zu neuem Glanz verholfen.
„Das Säubern erinnert an Denkmalpflege“, sagt Schülerin Billie Kantor. Im Unterricht beschäftigen sich die 13er zurzeit mit der Hitlerzeit, deswegen passe die praktische Unterrichtsstunde perfekt ins Thema.“Die Steine zeigen Verbundenheit mit den Opfern. Ich hätte nicht gedacht, dass auch in Höxter so viele Juden deportiert wurden“, meint Florian Schlüter.
Am heutigen Freitag wird im Jacob-Pins-Forum in der Westerbachstraße um 18.30 Uhr die Ausstellung „Der Weg der jüdischen Familien Höxters in die Vernichtung“ eröffnet.

Westfalen-Blatt vom 27.01.2012

 

Geschichtsunterricht mal anders: Die KWG-Schüler Florian Schlüter (von links), Billie Kantor, Margaretha Bunse und Tobias Rotermund polieren die „Stolpersteine“ in der Höxteraner Innenstadt. Foto: F. Weber