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Unterrichtsentwicklung am KWG
Donnerstag, 12. November 2009 um 16:09 Uhr

Schulinterne Lehrerfortbildung „Kooperatives Lernen“

Basierend auf dem Konzept der Unterrichtsentwicklung für selbständige Schulen und Korrespondenzschulen (Mit den Bausteinen „Methodentraining“, „Teamentwicklung“, „Kommunikationstraining“, „Selbstgesteuertes Lernen“) und in Anlehnung an die Grundideen und Materialien von Norm Green („www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline/“), Brüning/Saum („Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen“) u.a. wird z. Zt. am KWG eine schulinterne Lehrerfortbildungsreihe „Kooperatives Lernen“ angeboten, an der ca. 20 interessierte Kolleginnen und Kollegen teilnehmen.
Von folgendem Grundverständnis gehen wir dabei aus: „Kooperatives Lernen bedeutet, dass Schüler sich gegenseitig bei der Arbeit unterstützen und gemeinsam zu Ergebnissen gelangen. Dies geschieht in Partner- oder Gruppenarbeit. In gut strukturierten Lerngruppen wird unter Zuhilfenahme von zahlreichen Methoden ein hohes Aktivierungsniveau der Lernenden erreicht mit nachhaltigen Erfolgen im kognitiven Bereich. Problemlöse- und Sozialkompetenz werden gleichermaßen aufgebaut und führen häufig zu einem positiveren Selbstbild der Lernenden. Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Arbeit in Gruppen ist das Schaffen eines förderlichen sozialen Klimas mit positiven Abhängigkeiten unter den Gruppenmitgliedern“ (Green).
Auch die individuelle Verantwortungsübernahme und die Reflexion durch die Gruppe gehören zu den grundlegenden Elementen, Aspekte der Schülerpartizipation und Demokratiepädagogik sind hier ebenso berücksichtigt wie Erkenntnisse der Gehirnforschung (z.B. „was man anderen vermittelt, bleibt am besten im Langzeitgedächtnis“) und Unterrichtsplanung mit Hilfe der „Multiplen Intelligenzen“ (nach Gardner). Es wäre also ein Missverständnis, dass ein häufiger, simpler  Einsatz von Partner- und Gruppenarbeiten allein schon „kooperatives Lernen“ bedeutet, die  genannten Gütekriterien sind dabei unverzichtbare Bestandteile.
In zunächst vier zweistündigen Nachmittagsveranstaltungen erproben und diskutieren wir die Fortbildungsmodule „Kooperatives Lernen: Wesentliche Elemente – Kleine Beispiele“, „Kooperatives Lernen als wesentlicher Bestandteil von Klassenleitung“, „Kooperatives Lernen: Ein Methodenpool“ und „Kooperatives Lernen und individualisiertes Lernen“.
Die jeweils kennengelernten kooperativen Methoden (z.B. Placemat, Vier Fenster, Lerntempoduett, Reden mit Redeanteilen, Fishbowl) werden dann von den Teilnehmern in den anschließenden Wochen erprobt und beim nächsten Fortbildungstreffen gemeinsam reflektiert.
Neben den Erklärungen des Moderators (F. Lüttig) und dem Erproben in der Fortbildung und im Unterricht ist dieser kollegiale Erfahrungsaustausch sehr wichtig. So ist einmal  – was selten genug ist im hektischen Alltagsgeschäft – Raum für eine kooperative Analyse von Unterricht,  und der „Teamgedanke“ verbleibt nicht nur auf der Schülerebene. Möglichkeiten von „Kooperativen Lehrerteams“ und kollegialer Fallberatung kommen in den Blick.   
Bei Interesse kann die gemeinsame Suche nach den Chancen einer kooperativen Unterrichtsentwicklung fortgesetzt werden und auf etwa folgende Aspekte ausgeweitet werden: Leistungsbewertung, Feedbackkultur, Kooperative Spiele und Übungen, Selbstgesteuertes Lernen, Möglichkeiten einer konzeptionellen Umsetzung.
Da von den jüngeren Kollegen viele im Kontext ihrer Lehrerausbildung zumindest Ansätze des kooperativen Lernens im Hauptseminar kennenlernen  und teilweise im Unterricht erproben konnten, wird dann zunächst etwa die Hälfte des Kollegiums mit dieser Unterrichtsweise vertraut sein. Da kooperative Arbeitsformen und Methodenbewusstsein auch schon in den Grundschulen immer intensiver eingeübt werden, ist es auch im Sinne eines möglichst reibungslosen Übergangs zu unserem Gymnasium wichtig, dass diese Blickrichtung nicht verloren geht.