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Schüler werden zu Sporthelfern
Mittwoch, 30. September 2009 um 12:01 Uhr

Das König-Wilhelm-Gymnasium nimmt Projekt "Gesunde Schule" in Angriff


Als Karl-Reiner Stuhldreyer, Beauftragter für den Schulsport am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter, die Idee hatte erstmals Schüler als Sporthelfer an dieser Schule auszubilden, fand er gleich 14 begeisterte Schüler. "Das war kein Problem. Alle waren sofort bereit da mitzumachen", sagt Marc Conrad stellvertretend für seine Mitschüler.

 

Nach 35 Stunden Ausbildung konnten nun sieben Mädchen und sieben Jungen die Urkunden zur Ernennung zum Sporthelfer aus den Händen von Schulleiter Georg Wieners entgegennehmen. "Beim Projekt Gesunde Schule ist bei uns bisher noch nicht so viel passiert", musste Wieners zugeben, "aber mit dieser Gruppe ist erste Steilpass gespielt. Nun fehlt nur noch ein guter Abschluss", verpackte der Schulleiter sein Lob über diese Aktion in Fußballer-Latein.

 

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Bemühungen um die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportorganisationen haben der Landessportbund und die Sportjugend NRW mit dem ehemaligen Innenministerium erstmals im Jahr 1994 eine Vereinbarung über die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern für die Mitarbeit im Schulsport und im Vereinssport getroffen. Im Aktionsprogramm von 2002 wurde vereinbart, die Ausbildung von Schülern zu Sporthelfern auf eine zeitgemäße Grundlage zu bringen und noch stärker zu verbreiten.

Das tat Karl-Reiner Stuhldreyer schon am Bad Driburger Gymnasium - mit Erfolg. Daher setzte er dieses Projekt nun auch am KWG um. "An unserer Schule muss noch viel passieren. Zum Beispiel ist der Schulhof überhaupt nicht für Pausensport geeignet und eher gefährlich. Einer unserer Schwerpunkte, besonders für die Klassen 5 bis 7, ist der Pausensport. Da wollen wir als erstes anpacken."
Für eine Verschönerung des Schulhofes, die Entfernung von Stolperkanten und Aufbau von Spielecken oder Geräten werden aber noch Sponsoren gesucht. Die Sporthelfer machen ihre Arbeit ehrenamtlich. Die meisten der 14 neuen Sporthelfer sind auch schon im Verein als Trainer oder Betreuer tätig und haben durch die Ausbildung in der Schule einen Übungsleiterschein für die Vereine gleich miterworben. Ziel ist es interessierte Schüler zu befähigen, Verantwortung im Schul- und Vereinssport zu übernehmen. Sie sollen aber keineswegs nur als kleine Hilfe der Lehrer gesehen werden. Ihr Einsatz reicht von der unterstützenden Tätigkeit über die Mitgestaltung von Angeboten bis hin zu klar eingegrenzten Leitungsfunktionen bei der Planung und Durchführung von Spiel- und Sportangeboten. Eine Begleitung durch einen Lehrer oder Trainer ist rein rechtlich aber dennoch erforderlich.

Die Sporthelfer, der jüngste ist 13 der älteste 18 Jahre alt, sind bei AGs dabei, beim Pausensport, bei Sportwettkämpfen und auch bei Wandertagen. "Wir bieten bewusst ganz andere Sachen als im Sportunterricht an", verspricht Stuhldreyer, "viele Freizeitsportarten sind darunter - es soll prickelnd und spannend sein."

Neue Westfälische, 14. Februar 2008, Uwe Müller