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Kai Schmidt, Abitur 2006 (Nov. 2007)
Dienstag, 30. Juni 2009 um 11:00 Uhr

Junger Mann mit vielen Talenten
Kai Schmidt beweist in Schloss Corvey beachtliche musikalische Fähigkeiten

Er ist 21 Jahre alt und kann nicht nur eine Reihe ehrenvoller Auszeichnungen, sondern auch außergewöhnliche Leistungen vorweisen. Kai Schmidt aus Fürstenberg, der das Abitur am Höxteraner König-Wilhelm-Gymnasium mit Bravour meisterte und die Oratoriumsaufführungen der Kantorei Höxter als Gesangssolist und Organist mit gestaltet, gewann bereits zweimal den Bundeswettbewerb "Komposition". Gestern beeindruckte der junge Musiker die Gäste der Matinee in Schloss Corvey mit seinen Fähigkeiten. An einem Ort, an dem bereits seit fast 1200 Jahren Musik erklingt, verlieh ihm die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold den Förderpreis "Junge Kunst im Hochstift".
An die weit zurück reichende Tradition des ehemaligen Klosters, dessen Gemäuer einst die Mönche mit ihren Gesängen erfüllten und das seit über 50 Jahren den Corveyer Musikwochen einen attraktiven Rahmen gibt, erinnerte Höxters Bürgermeister Hermann Hecker. Die Förderung junger Talente bedürfe des Sponsorings, sagte Hecker, "Staat und Kommunen allein können es nicht schaffen".

"Kunst ist für uns nicht bloß Image, sondern integraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur als regional verwurzeltes, genossenschaftliches Kreditinstitut, das sich mit den Menschen in der Region identifiziert", wandte sich der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Dr. Ulrich Bittihn, an die zahlreichen Teilnehmer der Preisverleihung im Geweihgang von Schloss Corvey, nachdem Kai Schmidt zuvor an der Orgel der Abteikirche Proben seines beachtlichen kompositorischen und interpretatorischen Könnens dargeboten hatte.
Den Jugendkunstpreis möchte die Volksbank nach den Worten Bittihns verstanden wissen als "konkretes Angebot an unsere Region". Das Streben nach Erfolg für die Wirtschaft bedeute auch "die Förderung der Gesellschaft, in der wir leben, und die Förderung von Kunst und Kultur, die wir erleben". Jungen Unternehmern in Sachen Kunst solle der Preis kreative Freiräume und konkrete Perspektiven bieten.

"Feiern wir gemeinsam einen jungen, hoffnungsvollen Künstler", sprach Rolf Riegert im Namen der Jury dem Preisträger Anerkennung aus. Der Laudator wies auf die vielseitige Begabung des jungen Mannes hin, der nicht nur mit musikalischem Talent, sondern auch auf dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Sektor hervortrat, was die Auszeichnung mit der Mitgliedschaft der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und die Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade bezeugen.
An der 18. Orchesterwerkstatt Halberstadt beteiligte sich Kai Schmidt mit der Uraufführung eines eigenen Orchesterstückes.
Besonders am Herzen liegt ihm die Arbeit mit Kindern. In seinem Heimatort Fürstenberg gründete er einen Kinderchor, mit dem er ein selbst komponiertes Musical aufführte. Eindrücke von seinem Erfindungs- und Gestaltungsvermögen vermittelten gestern kleine Kompositionen für verschiedenen Besetzungen, an deren Aufführung Studierende der Hochschule für Musik Detmold mitwirkten.
"Wir sehen bei Ihnen ein schöpferisches Potenzial, das es verdient ausgezeichnet zu werden", begründete Riegert die einstimmige Entscheidung der Jury. Der vielversprechende Künstler, der zurzeit neben Kompositionslehre und Orgel auch noch Mathematik studiert, schloss in seine Dankesworte Eltern und Lehrer ein. Er verstehe den Preis als "Motivation und Anerkennung.

Text und Fotos: Christine Longère, Neue Westfälische vom 26.11.2007