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Klaus Töpfer, Abitur 1959 (Juli 2011)
Mittwoch, 20. Juli 2011 um 07:33 Uhr

Töpfer wird Ehrenbürger

Rat Höxter berät über Antrag des HVV

 

Der frühere Bundesminister Prof. Dr. Klaus Töpfer soll Ehrenbürger von Höxter werden. Darüber entscheidet der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag.

Alle Fraktionen (CDU, SPD, Grüne, UWG, FDP und Linke) unterstützen die Anregung des Heimat- und Verkehrsvereins, Töpfer die Ehrenbürgerwürde anzutragen. Der langjährige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) wäre nach dem Zweiten Weltkrieg erst der zweite Ehrenbürger. Zuletzt war dem aus Höxter stammenden jüdischen Maler Jacob Pins 2003 die Ehre zuteil geworden. Der Festakt zur Verleihung der Würde ist für den Herbst geplant. In der Ratssitzung am Donnerstag, 21. Juli, ab 18 Uhr wird eine Erklärung mit der Begründung für die Auszeichnung Töpfers verlesen. Dann stimmt der Rat ab.

Klaus Töpfer (geboren 29. Juli 1938) lebt seit der Flucht seiner Familie aus Waldenburg/Schlesien bis heute in Höxter. Er bestand 1959 am König-Wilhelm-Gymnasium das Abitur. Danach leistete er bis 1960 Dienst in der Bundeswehr. Er absolvierte ein Studium der Volkswirtschaftslehre, das er 1964 als Diplom-Volkswirt beendete. Am 23. Mai 1985 wurde er CDU-Umweltminister in Rheinland-Pfalz. Am 7. Mai 1987 erfolgte seine Ernennung zum Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in der Helmut-Kohl-Bundesregierung. Nach der Bundestagswahl 1994 wurde er Bundesbauminister und organisierte den Bonn-Berlin-Umzug. Für die Berlinwahl 2006 war er als Herausforderer von Klaus Wowereit im Gespräch, ebenso mehrfach als Bundespräsidentenkandidat. Seit dem 2. Mai 2007 ist er auch Professor an der Tongji-Universität in Shanghai. Im März übernahm Töpfer den Vorsitz der vielbeachteten Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung. In Höxter hat Töpfer nicht nur Familie, sondern auch viele Freunde und Bekannte.

 

Michael Robrecht, Westfalen-Blatt vom 20.07.2011