Start Lebenswege Andreas Johlen, Abitur 1987 (Dez. 2012)
Andreas Johlen, Abitur 1987 (Dez. 2012)
Freitag, 14. Dezember 2012 um 08:47 Uhr

Andreas Johlen, ein päpstlicher Ordensritter aus Höxter

 

Gemeinsam mit 17 neuen Glaubenszeugen ist Andreas Johlen in den päpstlichen Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen worden.

"Dienen und Bekennen" war das Leitwort für die feierliche Aufnahme (Investitur) in den päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Die Feier fand am 13. Oktober 2012 in St. Antonius Düsseldorf-Oberkassel statt.

Hauptzelebranten des Investitur-Gottesdienstes waren der aus dem Vatikan angereiste Kardinal Großmeister des Ritterordens, Kardinal O'Brien, sowie der Großprior der Deutschen Statthalterei, Kardinal Marx, Bischof von München und Freising. Die 18 neuen Ordensmitglieder (11 Ritter, 2 Damen und 5 Priester) knieten einzeln vor dem Kardinal Großmeister. Nach alter Tradition setzte der Bevollmächtigte des Papstes den Anwärtern einen leichten Schwerthieb auf die rechte und linke Schulter.

Zuvor bezeugten die Kandidaten ("Ich bin bereit") das Heilige Grab Christi zu verteidigen, aus dem christlichen Glauben heraus in Treue zum Papst und der Kirche zu leben, ihr Christsein mutig zu bekennen und Nächstenliebe zu üben. Ein neuntägiges Gebet (Novene) ging der Aufnahme voran. Am Abend vor der Investitur wurden in einer feierlichen Vesper in St. Lambertus Düsseldorf die weißen Ordensmäntel mit dem fünffachen roten Jerusalemkreuz und die Ordensinsignien gesegnet. Diesen ersten Tag der Investitur beschloss eine nächtliche Vigilfeier in St. Maximilian Düsseldorf. Die Vigil diente dazu, die Kandidaten auf das Ereignis des Ritterschlags einzustimmen. Den Abschluss der dreitägigen Feierlichkeiten bildete ein feierliches Pontifikalamt, zelebriert von Kardinal O'Brien und dem Kölner Weihbischof Koch im St. Quirinus-Münster zu Neuss. Aufgabe der Ordensmitglieder ist es, die religiösen, wohltätigen, kulturellen und sozialen Aktivitäten und Einrichtungen (Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime, Schulen, Universitäten, Pfarreien) der katholischen Kirche im Heiligen Land und die Aufgaben des Lateinischen Patriarchen zu unterstützen. Hauptziel ist die Förderung des bedrängten, stark zurückgedrängten christlichen Lebens im Heiligen Land und die Hilfe für Christen auf Zypern (700.000), sowie in Jordanien (300.000), Israel (155.000) und Palästina (120.000).

Dadurch, dass die christlichen Schulen auch nicht-christlichen Schülern offen stehen, leistet der Ritterorden, der keine politischen Zwecke verfolgt, neben der religiösen auch Friedensarbeit. Jede soziale Aktivität, für die pro Jahr weltweit umgerechnet etwa zwölf Millionen Euro (in Deutschland: ca. 1,4 Millionen) aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden bereitstehen, wird in enger Abstimmung mit dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem und der Ordenszentrale in Rom vorgenommen.

Der Orden vom Heiligen Grab ist ein päpstlicher Ritterorden, der anders als der Malteserritterorden und der Deutsche Orden nicht aus der Zeit der Kreuzzüge stammt. Dennoch verdankt er seinen Ursprung dem seit dem 14. Jahrhundert belegten Brauch katholischer Edelleute, am Ort von Tod und Auferstehung Jesu Christi den Ritterschlag zu empfangen. Der Franziskaner-Orden als Wächter des Heiligen Grabes in Jerusalem hielt dieses Brauchtum kraft der Vollmacht und Förderung durch die Päpste über Jahrhunderte hinweg lebendig. Seine jetzige Ordnung erhielt der Ritterorden vom Heiligen Grab im Jahre 1868 durch den Sel. Papst Pius IX. (1846-1878). Der Ritterorden gelangte weit über Europa hinaus zu großer Blüte. Papst Leo XIII ermöglichte ab 1883 die Aufnahme von Frauen in den katholischen Laienorden. Unter den Päpsten des 20. Jahrhunderts bekam der Orden neue Statuten und auch seine kirchenrechtliche Verankerung.

Fundament des Ordens ist die christliche Lebensführung seiner Mitglieder in besonderer Treue zu Papst und Kirche. Der Orden zählt heute weltweit 20.000 Mitglieder in 50 so genannten Statthaltereien. Er ist international bestens vernetzt. An der Spitze des Ritterordens, der seinen Sitz in Rom hat, steht ein Kurienkardinal als Kardinalgroßmeister. Der Lateinische Patriarch und Bischof von Jerusalem ist der Großprior. Die einzelnen (nationalen) Statthaltereien werden von einem Statthalter geleitet, der dem Laienstand angehört. Die geistliche Leitung liegt in den Händen eines Diözesanbischofs, er ist Großprior der Statthalterei. In Deutschland gehören dem Ritterorden rund 1.400 Mitglieder an. In der rheinisch-westfälischen Provinz (NRW und südliches Rheinland) gibt es etwa 500 Mitglieder; darunter 355 Ritter, 65 Priester und 80 Damen. Der Orden wählt seine Mitglieder unter katholischen Persönlichkeiten aus, die geeignet sind, Gewähr für die Ordensziele zu bieten.

Die Ernennung der Ritter und Damen erfolgt mit Beglaubigung des päpstlichen Staatssekretariats. Das Zeichen des Ordens ist das fünffache Jerusalemkreuz, das auf die fünf Wundmale Christi hinweisen soll. Sein Leitspruch lautet: DEUS LO VULT, übersetzt mit "Gott will es".

Andreas Johlen stammt aus der St. Nikolaigemeinde. Er ist 1968 in Höxter geboren und aufgewachsen. Nach Schulzeit und zweijährigem Militärdienst beim Pionierbataillon 7 studierte der Reserveoffizier Jura in Freiburg, Bonn, Speyer und Cambridge. Er war in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv und an seinen Studienorten aktives Mitglied im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV). Im kirchlichen, sozialen und kulturellen Bereich übernahm er mit Beginn seiner beruflichen Laufbahn, die ihn vor der Rückkehr nach Höxter zunächst nach Minden führte, verschiedene Ehrenämter. Er ist mit Claudia Schenk-Johlen verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder. Beruflich ist er als Rechtsanwalt und Syndikus in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätig.

 

Pfarrdechant Ludger Eilebrecht (vo. re.) mit dem frisch investierten Ritter und weiteren Gratulanten vor der Investiturkirche St. Antonius Düsseldorf

 

Aus dem Pastoralbrief Winter 2012/2013 des Pastoralverbunds Höxter