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Steine mit Zahnbürste aufpoliert
Donnerstag, 18. Juli 2013 um 08:28 Uhr

"Etwas Sinnvolles tun", sagt Katja Chytrek, eine der 15 Schülerinnen der Jahrgangsstufe 11 des KWG, die in Höxter durch die Straßen zogen, um Stolpersteine zu reinigen. Die goldenen Denkmäler sollen an jüdische Mitbürger erinnern, die Opfer des Holocausts waren.

Gunter Demnig, Erfinder des Projekts, hat inzwischen 40.000 Steine in ganz Europa verlegt. Sie erfüllen den Zweck, dass Menschen nicht einfach auf die Geschichte mit Füßen treten, sondern darüber stolpern. Auch die engagierten Schülerinnen sind darüber gestolpert und gedanklich hängen geblieben. Durch ein Praktikum beim Jacob Pins Forum sind Katja Chytrek und Leonie Hartenstein auf die Idee gekommen, die Mahnmale zu reinigen. Schnell sind sie auf Unterstützung bei ihren Mitschülerinnen gestoßen. Besonders bewegt hat sie bei diesem Projekt, dass Geschichte so real sein kann, direkt vor der Tür. "Besonders die Einzelschicksale regen zum Nachdenken an", sagt Teresa Beverung. Schließlich haben sich die Freiwilligen in drei Kleingruppen aufgeteilt und zogen, bewaffnet mit Poliercreme und Zahnbürste, in die Innenstadt Höxters los und haben die Steine poliert.

 

Haben in Höxter die Stolpersteine gereinigt und wieder mit frischem Glanz versehen: (von links) Teresa Beverung, Tabea Tarra, Lucille Pouvreau, Rebekka Schlieker, Pia Helfer, Carmen Schröder, Susanne Rüther, Lea Wagner, Anna Tollkühn, Victoria Borisenko, Sarah Steinwachs sowie (vorne) Leonie Hartenstein, Katja Chytrek, Nadine Krause und Leonie Kosch. Foto: Caroline Krätzig

 

Westfalen-Blatt vom 18.07.2013