Start Projekte „Flüchtlinge willkommen heißen“
„Flüchtlinge willkommen heißen“
Mittwoch, 22. Januar 2014 um 14:59 Uhr

Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums präsentieren Projekt – Professor Dr. Klaus Töpfer hält Vortrag

 

Die Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums in Höxter haben gestern die Ergebnisse ihrer Projekttage zum Thema „Flüchtlinge“ präsentiert. Als prominenten Referenten haben sie den ehemaligen Umweltminister Professor Dr. Klaus Töpfer in der Aula begrüßen können.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – mit diesem Zertifikat ist das KWG im Jahr 2011 ausgezeichnet worden. „Seitdem organisieren wir jedes Jahr ein Projekt zu diesem Thema“, erklärt Lehrerin Sigrid Weber, die gemeinsam mit ihren Kollegen Christian Austermühl und Christoph Heger die Durchführung leitet. Diesmal haben sich die Schüler der zehnten und elften Jahrgangsstufe in diesem Zusammenhang mit „Flüchtlingen“ auseinander gesetzt. In Gruppen haben die etwa 225 Jugendlichen verschiedene Aspekte herausgearbeitet – darunter die Aufnahme der Flüchtlinge in den nordischen Ländern und in Deutschland sowie die Situation der Flüchtlinge speziell im Kreis Höxter. Die Jungen und Mädchen haben sich außerdem über die politischen Systeme in Somalia und Syrien informiert. Andere wiederum haben sich mit dem leider noch verbreiteten Vorurteil „Flüchtlinge als Sozialschmarotzer“ befasst und Vorschläge entwickelt, wie diese abgebaut werden können. „Die Projektarbeit hat sehr viel Spaß gemacht. Ich habe dabei viel Neues erfahren“, berichtet die 16-jährige Helena Loges. Unterstützung bei ihren Projekten haben die Gruppen von ihren älteren Schulkameraden aus der zwölften Klasse erhalten, die ihnen als Gruppenleiter zur Seite gestanden haben.
Zum Höhepunkt der Projekttage zählte der Vortrag von Professor Dr. Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Höxteraner. Der 75-Jährige, der im Jahr 1959 selbst sein Abitur am KWG absolviert hat, hat die Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an dem Höxteraner Gymnasium übernommen. Töpfer hat die Schüler über seinen eigenen Werdegang informiert sowie zum Thema „Flüchtlinge“ referiert.
„Die Menschen flüchten wegen den Ungerechtigkeiten“, erklärt Töpfer. Dazu würden die großen Unterschiede in der Wohlstandsverteilung zählen. „Wir müssen die Flüchtlinge aufnehmen, ihnen Perspektiven geben und sie willkommen heißen“, sagt Töpfer, der acht Jahre in Nairobi als Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen tätig war.
Die Schüler haben eine Liste mit Vorschlägen entwickelt, wie sie die Flüchtlinge im Kreis Höxter unterstützen können. Die Verteilung der Weihnachtsgeschenke an die Asylbewerber war bereits ein voller Erfolg, und daran gilt es nun anzuknüpfen. Bereits geplant sei ein gemeinsamer Besuch mit einigen Schülern sowie Klaus Töpfer im Asylbewerberheim in Höxter.

 

Die Gruppenleiter aus der zwölften Klasse zeigen gemeinsam mit dem ehemaligen Bundesumweltminister Professor Dr. Klaus Töpfer Flagge. 2011 hat das Gymnasium das Zertifikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhalten.
Präsentieren die Ergebnisse des Projekts auf einer Stellwand: (von links) Helena Loges (16), Laura Neils (16) und Annika Berg (16).


Michaela Weiße, Westfalen-Blatt vom 22.01.20214